Kulturhaushalt von Wiesbaden: Kulturszene in Gefahr
Kulturhaushalt von Wiesbaden: Kulturszene in Gefahr
Wiesbadens Kulturszene steht vor ungewisser Zukunft: Etat für Kunst und Kultur wird gekürzt Der Kulturhaushalt der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden soll in den kommenden Jahren schrumpfen – mit unabsehbaren Folgen für die lokale Kulturszene. Der Anteil des Gesamtetats, der für Kultur vorgesehen ist, sinkt von 3,6 Prozent im Jahr 2023 auf voraussichtlich 2,99 Prozent im Jahr 2025. Diese Kürzung wirft Fragen nach dem weiteren Bestand Wiesbadens als kulturelles Zentrum auf. Zwar hat die Stadtverwaltung zusätzliche institutionelle Fördermittel in Höhe von rund 235.000 Euro bewilligt, doch dieses Volumen entspricht nur etwa einem Drittel der Empfehlungen eines Fachgremiums. Zwar steigen die Mittel für freie Projekte auf 200.000 Euro und für die Kulturentwicklungsplanung auf 75.000 Euro, doch diese Aufstockungen reichen Experten zufolge nicht aus, um einen Stillstand der Szene zu verhindern. Positiv bewertet wird die angekündigte dynamische Anpassung der Subventionen – konkrete Zahlen stehen jedoch noch aus. Unterdessen kämpfen unabhängige Kultureinrichtungen wie das Künstlerhaus43 ums Überleben. Aufgrund von Mietproblemen droht die Schließung; ohne zusätzliche Förderung kann sich das Haus den geplanten Umzug in neue Räumlichkeiten nicht leisten. Der Vorsitzende des Kulturbeirats – dessen Name nicht genannt wird – äußerte sich besorgt über die prekäre Finanzlage, insbesondere für freie Träger. Mit den pro Kopf ausgegebenen Kulturmitteln liegt Wiesbaden zudem an vorletzter Stelle in Hessen – ein weiterer Indikator für die anhaltende Instabilität des Sektors. Die Zukunft der Wiesbadener Kulturszene bleibt angesichts der sinkenden Mittel unsicher. Zwar sind leichte Aufstockungen vorgesehen, doch ob diese ausreichen, um Stagnation zu verhindern oder bedrohte Einrichtungen wie das Künstlerhaus43 zu retten, ist fraglich. Der Kulturbeirat der Stadt anerkennt zwar Fortschritte, warnt jedoch vor anhaltenden strukturellen Lücken in der Kulturförderung.
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