Pharma-Branche streitet über Arzneimittelversorgung nach Pandemie-Lehren
Pharma-Branche streitet über Arzneimittelversorgung nach Pandemie-Lehren
Eine hitzige Debatte über die Widerstandsfähigkeit der Arzneimittelversorgung in Europa ist entbrannt – auf der Jahreskonferenz des Handelsblatt gerieten Branchenführer und Krankenversicherer aneinander. Ausgelöst wurden die Diskussionen durch die Lieferkettenversagen während der COVID-19-Pandemie, die zu Engpässen führten und Reformen im deutschen Pharmasektor vorantrieben.
Die Pandemie legte gravierende Schwächen in der deutschen Arzneimittelversorgung offen, verursachte Versorgungsengpässe und befeuerte Forderungen nach größerer Eigenständigkeit. Seither wurden die Aufgaben von Apotheken ausgeweitet – etwa bei Impfungen und Tests –, während neue Preismechanismen wie der Versorgungszuschlag Medikamente bezahlbar und flächendeckend verfügbar halten sollen.
Auf der Konferenz eskalierten die Spannungen zwischen Pharma-Managern und Versicherern. Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI), warnte, Europas Verwundbarkeit sei weit größer als angenommen. Er betonte, Deutschland müsse langfristig Autonomie in der Arzneimittelproduktion sichern – nicht nur kurzfristige Lagerbestände aufbauen. Tim Steimle, Pharmachef der Techniker Krankenkasse (TK), konterte hingegen, die Regierung habe ihr Ziel eines sechsmonatigen Vorrats bereits erreicht.
Kerem Inanc, Geschäftsführer von Alliance Healthcare Deutschland (AHD), wies den Sechs-Monats-Vorrat als unzureichend zurück. Er fragte, für welche Szenarien die Reserven überhaupt ausgelegt seien, und kritisierte, dass die Widerstandsfähigkeit der Logistik überschätzt werde. Da 90 Prozent des globalen Handels von nur 6.000 Schiffen abhängen, warnte er vor einer gefährlichen Abhängigkeit von der Sicherheitspolitik der USA.
Thomas Weigold, Deutschlandchef von Sandoz/Hexal, forderte eine deutlich höhere Eigenversorgung – insbesondere bei Antibiotika und Generika. Das geplante Freihandelsabkommen mit Indien bezeichnete er als "absurd": Es könne zwar Gewinne steigern, schwäche aber Europas Widerstandsfähigkeit. Steimle hingegen begrüßte das Abkommen und verwies darauf, dass Rabattverträge zunehmend in Versorgungsverträge umgewandelt würden – mit Ausnahme von Kinderarzneimitteln.
Während Versicherer die Bedenken als übertrieben abtaten, pochten Branchenvertreter auf dringende Investitionen, um die Abhängigkeit von Drittstaaten zu verringern. Die Gräben zeigen tiefere Konflikte auf: Wie lassen sich wirtschaftliche Interessen mit der Sicherheit der Lieferketten in Einklang bringen?
Die Debatte offenbart anhaltende Spannungen über die europäische Arzneimittelstrategie. Während Versicherer Fortschritte bei Lagerbeständen und Preisanpassungen betonen, fordern Industrievertreter strukturelle Veränderungen, um die Abhängigkeit von ausländischen Herstellern zu reduzieren. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung werden künftige Politiken zur Arzneimittelverfügbarkeit und wirtschaftlichen Resilienz prägen.
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